Grenzüberschreitende Mobilität: Albtraum für Pendler aus Belgien in Sicht?

Am 03. Mai 2017 gab der belgische Verkehrsminister François BELLOT alarmierende Nachrichten für Bahnreisende aus Belgien bekannt. In seiner Antwort auf eine parlamentarische Anfrage bestätigte Minister BELLOT, dass die Bahnlinie zwischen Arlon und Luxemburg im Jahr 2018 voraussichtlich für mehrere Monate aufgrund von Arbeiten der CFL komplett gesperrt wird, um die Strecke auf großherzoglicher Seite auf 25.000 Volt umzurüsten.

Der LCGB richtete sich umgehend schriftlich an den luxemburgischen Minister für nachhaltige Entwicklung und Infrastruktur François BAUSCH, um die Richtigkeit dieser Informationen bestätigt zu bekommen und um nachzufragen, in welchem konkreten Zeitraum die Strecke gesperrt wird und welche Alternativen den Pendlern angeboten werden?

In seiner Antwort gab der belgische Minister bekannt, dass Ersatzbusse geplant seien. Dennoch fordert der LCGB den luxemburgischen Minister auf weitere Alternativen, wie die eingleisige Befahrung anstelle einer Vollsperrung während der Arbeiten zu prüfen. Der LCGB geht davon aus, dass eine solche Lösung die Rückkehr von tausenden Grenzgängern auf die sowieso schon überlasteten Straßen vermeidet.

Auch hinsichtlich eines weiteren in der Antwort auf die parlamentarische Frage behandelten Punktes – der Umsetzung des Projektes „Park & Ride“ von Viville (Arlon), das die belgisch-luxemburgische Mobilität wesentlich verbessern könnte – ist der LCGB besorgt.

Minister BELLOT wies in seiner Antwort auf verschiedene Schwierigkeiten hin, die eine schnelle Realisierung des Projektes verhindern könnten, darunter:

  • die notwendige zusätzliche Infrastruktur der SNCB – Signalanlagen und Fahrleitungen zur Sicherung des Angebots in Viville (Infrabel prüft die Kosten für den Ausbau und die Umrüstung der Strecke auf 25.000 Volt in 2019);
  • mehrere technische Schwierigkeiten auf belgischer Seite, um in nächster Zeit ein anspruchsvolles Angebot bieten zu können. Einerseits die Arbeiten an der Infrastruktur und der eingleisigen Strecke zwischen Lavaux und Habay bis Dezember 2019 und andererseits die eingeschränkte Kapazität auf dem Streckenabschnitt Libramont-Arlon;
  • die vollständige Sperrung des Schienenverkehrs für mehrere Monate in 2018 zwischen Arlon und Luxemburg zur Umrüstung auf 25.000 Volt auf der Seite des Großherzogtums;
  • der Maschinenpark der SNCB und der CFL, der keine Erhöhung des derzeitigen Angebots erlaubt (damit sich dies ändert, muss vermutlich die Zulassung der Schienenfahrzeuge AM08 und der CFL-Bahnen abgewartet werden).

Unter Berücksichtigung dieser Tatsachen stellt der LCGB Minister BAUSCH die Frage, ob das lang erwartete Projekt „Park & Ride Viville“ überhaupt wie geplant Ende 2017 fertiggestellt werden kann.

Der LCGB hält es für dringend erforderlich, das Stadium der Planungen und guten Absichtserklärungen hinter sich zu lassen und konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um den grenzüberschreitenden Verkehr zwischen Belgien und Luxemburg zu verbessern. Der LCGB besteht darauf, dass belgischen Grenzgängern sehr bald Lösungen zum öffentlichen Transport vorgeschlagen werden, die ein effizientes, diversifiziertes und zukunftsorientiertes Mobilitätsangebot bieten.