Die gesetzlichen Feiertage

Werden als gesetzliche Feiertage angesehen:

  • Neujahr
  • Ostermontag
  • Tag der Arbeit
  • Christi Himmelfahrt
  • Pfingstmontag
  • Nationalfeiertag
  • Mariä Himmelfahrt
  • Allerheiligen
  • 1.ter Weihnachtstag
  • 2.ter Weihnachtstag

Ist ein gesetzlicher Feiertag ein Wochentag, an dem jedoch nicht im Betrieb gearbeitet wird (z.B. ein Samstag) oder ein Sonntag, wird er durch einen Tag ersetzt, der individuell innerhalb von 3 Monaten zu gewähren ist.

Bezahlung der Feiertage

Fällt der Feiertag auf einen Wochentag, an dem der Arbeitnehmer normalerweise gearbeitet hätte, so ist dieser Tag ein freier Tag für ihn. Er hat Anrecht auf die Bezahlung, die er erhalten hätte, wenn er an diesem Tag normal gearbeitet hätte. In dem Monat, in dem ein Feiertag war, erhält der Arbeitnehmer seinen kompletten Monatslohn.

Fällt der Feiertag auf einen Wochentag, an dem der Arbeitnehmer nur während 4 Stunden oder weniger gearbeitet hätte (laut Arbeitsvertrag), hat er Anrecht auf den Lohn für die Anzahl Stunden, die er normalerweise an diesem Tag gearbeitet hätte und zusätzlich auf einen halben Ausgleichsruhetag.

Der an einem Feiertag beschäftigte Arbeitnehmer hat Anrecht auf die Entschädigung des Feiertags sowie auf den normalen Lohn für alle tatsächlich geleisteten Stunden, erhöht um 100%. Er erhält seinen kompletten Monatslohn, den Lohn für die Arbeitsstunden am Feiertag und 100% Zuschlag für diese Stunden.

Wird der Feiertag durch einen bezahlten Ruhetag ersetzt, erhält der Arbeitnehmer nur die geleisteten Stunden sowie den Zuschlag von 100%. So erhält er seinen kompletten Monatslohn, den Lohn für die Arbeitsstunden und 100% Zuschlag für diese Stunden.

Der Urlaub

Der gewöhnliche Jahresurlaub

Der Jahresurlaub beträgt unabhängig zum Alter des Arbeitnehmers 25 Tage pro Jahr. Es gibt durch die Gewerkschaften ausgehandelte Kollektivverträge, die mehr als 25 Tage  Jahresurlaub vorsehen.

Das Recht bezahlten Urlaub zu nehmen besteht erst nachdem man während 3 Monaten ununterbrochen für den selben Arbeitgeber gearbeitet hat. Der Arbeitnehmer hat nur Anrecht auf die Anzahl Urlaubstage, in Funktion zur Anzahl gearbeiteter Monate beim selben Arbeitgeber, d.h. 2,08 Urlaubstage pro gearbeiteten Monat bei diesem Arbeitgeber.

Der Urlaub wird im Prinzip nach den Wünschen des Arbeitnehmers festgelegt. Der Arbeitgeber kann dies jedoch aufgrund der Bedürfnisse des Dienstes ablehnen.

Achtung: Der Urlaub muss bis zum 31. Dezember genommen werden. Konnten Urlaubstage infolge betriebsinterner Gründe nicht genutzt werden, können sie bis zum 31. März des folgenden Jahres wahrgenommen werden.

Der Kollektivurlaub

Gewisse Betriebe schließen für den „Jahresurlaub“. Die Periode für den Kollektivurlaub muss in beiderseitigem Einverständnis zwischen Arbeitgeber und den Arbeitnehmern oder falls eine solche existiert, der Delegation des Personals, festgelegt werden.

Die Schließungsdaten müssen dem Personal des Betriebes spätestens im ersten Trimester des Kalenderjahres mitgeteilt werden. Die Arbeitnehmer, die nicht ausreichend Urlaub haben, um die Schließungsperiode des Betriebes abzudecken, erhalten per Gesetz das Recht auf bezahlten Urlaub und zwar ganz zu Lasten des Betriebes.

Die Entschädigung des bezahlten Urlaubs

Das Gesetz gewährt dem Arbeitnehmer für jeden Urlaubstag eine Entschädigung in Höhe des durchschnittlichen Tageslohnes der drei Monate vor Urlaubsantritt. Die Entschädigung des Arbeitnehmers muss der Entlohnung der Anzahl Stunden entsprechen, die er normalerweise geleistet hätte, wenn er nicht in Urlaub gewesen wäre.

Die Entschädigung muss vom Arbeitgeber gleichzeitig mit der Lohnzahlung erfolgen. In Luxemburg gibt es weder doppeltes Urlaubsgeld wie in Belgien, noch 13. Monat, außer per betriebsinternem Abkommen.

Achtung: Der Stundenlohn wird berechnet, indem man das monatliche Brutto-Gehalt durch 173 Stunden teilt.

Die Krankheit während dem Urlaub

Wird der Arbeitnehmer während seines Urlaubs krank, sodass er diesen nicht mehr genießen kann, werden die Krankentage nicht als Urlaubstage betrachtet. Um jedoch als Krankentage anerkannt und entschädigt zu werden, müssen diese Tage durch ein ärztliches Attest belegt werden.

Der Arbeitgeber muss dieses Attest innerhalb von 3 Wochentagen erhalten. Die neue Festlegung des Urlaubs muss mit dem Arbeitgeber vereinbart werden.

Ist der Arbeitnehmer zu Beginn der Urlaubsperiode krank (also bevor er in Urlaub geht), verbietet es das Gesetz, dass die Abwesenheit wegen Krankheit von der Urlaubsperiode abgezogen wird. Der Urlaub beginnt gegebenenfalls erst nach der Krankheitsperiode.

Der Urlaub und das Vertragsende

Wird im Verlauf des Kalenderjahres die Arbeitsbeziehung aufgegeben, hat der Arbeitnehmer Anrecht auf ein Zwölftel seines Urlaubs pro gearbeiteten Monat. Dies entspricht 2,08 Urlaubstagen pro Monat. Ein Bruchteil von Monaten über 15 Kalendertagen wird als kompletter Monat betrachtet.

Unter Aufgabe des Arbeitsverhältnisses versteht man ebenso gut die Entlassung (auch aus schwerwiegenden Gründen), als auch die Kündigung durch den Arbeitnehmer.

Wenn im Verlauf des Jahres der Vertrag endet, ohne dass der Arbeitnehmer die Gesamtheit seines Urlaubs nehmen konnte, hat er Anrecht auf eine entsprechende Entschädigung in Höhe des noch nicht genommenen Urlaubs.

Der Arbeitnehmer kann von seinem Arbeitgeber nicht gezwungen werden, seinen Urlaub während der Kündigungsfrist zu nehmen.

Der Arbeitnehmer, der im Horeca-Sektor während mindestens 20 Sonntagen im Jahr arbeitet, hat Anrecht auf zwei zusätzliche Urlaubstage pro Jahr.

Sonderurlaub – Der außergewöhnliche Urlaub

Das Gesetz gewährt dem Arbeitnehmer, der aus persönlichen Gründen die Arbeit verlassen muss, ein Recht auf außergewöhnlichen Urlaub mit Lohnfortzahlung.

Die Dauer des Sonderurlaubs ist wie folgt festgelegt :

1 TagTod eines Verwandten 2. Grades (Großvater, Großmutter, Enkelkind, Bruder, Schwester, Schwager, Schwägerin)
2 TageNiederkunft der Ehefrau oder bei Zusammenlebenden, wenn das Kind gesetzlich anerkannt wurde.
Adoption eines Kindes unter 16 Jahren (für jedes Elternteil, außer im Falle des Empfangsurlaubs)
Heirat eines Kindes (für jedes Elternteil)
Umzug
3 TageTod des Ehegatten oder eines Verwandten oder Verschwägerten 1. Grades : Eltern, Kinder, Schwiegereltern,...
6 TageHeirat des Arbeitnehmers

Der außergewöhnliche Urlaub muss zum Zeitpunkt des Ereignisses genommen werden.

Dies ist jedoch nicht der Fall, wenn ein solcher Tag auf einen Sonntag, einen gesetzlichen Feiertag, einen gestempelten Wochentag oder einen Ausgleichsruhetag fällt. In diesem Fall erlaubt es das Gesetz ihn auf den ersten Wochentag nach dem Ereignis zu verlegen.

Fällt ein solcher außergewöhnlicher Tag in eine Krankheitsperiode, kann man diesen Tag nicht mehr nutzen.

Liegt das Ereignis, für das man außergewöhnlichen Urlaub bekommt, in einer normalen Urlaubsperiode, wird dieser für die Dauer des außergewöhnlichen Urlaubs unterbrochen.

Der individuelle Weiterbildungsurlaub

Der Weiterbildungsurlaub ist ein Sonderurlaub, der es den Arbeitnehmern, die einer Ausbildung folgen möchten, erlaubt, sich auf Prüfungen vorzubereiten oder diese abzulegen,… um sich beruflich umzuorientieren oder die Qualifikationen zu erhöhen.

Um diesen Weiterbildungsurlaub in Anspruch nehmen zu können, muss ein Betriebsalter von 6 Monaten (zum Zeitpunkt der Anfrage) im Unternehmen bestehen.

Der Arbeitnehmer richtet einen Antrag an das Ministerium für nationale Erziehung und Berufsausbildung (Dienst für Berufsausbildung). Dieser Antrag muss vom Arbeitgeber genehmigt und unterzeichnet werden. Im Falle der Absage des Arbeitgebers besteht eine Möglichkeit der Verschiebung.

Die maximale Dauer des Weiterbildungsurlaubs beträgt 80 Stunden im Laufe der Berufskarriere des Arbeitnehmers. Die maximale Anzahl Tage an Bildungsurlaub auf eine Periode von 2 Jahren beträgt 20 Tage. Die Mindestdauer des Bildungsurlaubs beträgt 1 Tag.

Die Anzahl Stunden der Weiterbildung bestimmt die Anzahl Tage des Bildungsurlaubs. Die Berechnung geschieht wie folgt: die Weiterbildungsstunden (z.B. 40 Stunden) werden in Arbeitstage umgerechnet (geteilt durch 8 Stunden). Das erhaltene Resultat (40 : 8 = 5) wird anschließend durch 3 geteilt um die Anzahl Tage Bildungsurlaub zu erhalten. Das Resultat (5 : 3 = 1,66) wird gegebenenfalls auf die untere Einheit abgerundet (also in diesem Beispiel: 1 Tag).

Der Bildungsurlaub wird einer effektiven Arbeitsperiode gleichgestellt. Der Arbeitnehmer erhält seinen Lohn (durchschnittlicher Tageslohn) und der Arbeitgeber bekommt den Betrag dieses Lohnes zurückerstattet.

Weiter Informationen unter www.men.lu.