Die Interimarbeit

Interimarbeit ist eine durch eine Interimgesellschaft organisierte Arbeit, die Arbeitnehmer Dritten für spezielle, zeitlich begrenzte Aufgaben zur Verfügung stellt.

Zwischen der Interimgesellschaft und dem Benutzer wird ein Dienstleistungsvertrag abgeschlossen. Zwischen dem Interimarbeitnehmer und dem Benutzer besteht keinerlei Vertrag.

Achtung: Das Gesetz verbietet vertraglich festgesetzte Klauseln, denen zufolge der Benutzer den Interimarbeitnehmer nach Beendigung des Vertrages nicht einstellen darf. Eine solche Klausel ist null und nichtig.

Der aufgabengebundene Vertrag

Er verbindet die Interimagentur mit jedem der Arbeitnehmer, die einem Benutzer zur Verfügung gestellt werden.

Der Vertrag muss schriftlich verfasst werden und zwar spätestens 2 Wochentage nachdem der Arbeitnehmer dem Benutzer zur Verfügung gestellt wurde.

Der Vertrag muss Folgendes enthalten :

  1. Die Klauseln und Anmerkungen, die im Bereitstellungsvertrag vermerkt sind;
  2. Das Vertragsende, wenn er für eine bestimmte Frist getätigt wurde;
  3. Die Mindestdauer für die er vereinbart wurde, wenn er für unbestimmte  Dauer getätigt ist;
  4. Den Namen des abwesenden Arbeitnehmers, wenn er für den Ersatz eines Arbeitnehmers getätigt wurde;
  5. Die Dauer einer eventuellen Probezeit;
  6. Gegebenenfalls, die Vertragsverlängerung.

Besteht kein aufgabengebundener Vertrag oder wurde nicht schriftlich festgehalten, dass der aufgabengebundene Vertrag für eine befristete Dauer getätigt wurde, dann hat der Arbeitnehmer seitens des Interimunternehmens Anrecht auf eine ausgleichende Kündigungsentschädigung.

Achtung: Die Dauer des aufgabengebundenen Vertrages darf 12 Monate für den selben Arbeitnehmer und den selben Arbeitsposten, einschließlich Verlängerung, nicht überschreiten.

Die maximale Dauer der Probezeit

  • 3 gearbeitete Tage, wenn der Vertrag für eine Periode unter oder bis zu einem Monat abgeschlossen wurde;
  • 5 gearbeitete Tage, wenn der Vertrag für eine Periode über einen Monat abgeschlossen wurde;
  • 8 gearbeitete Tage, wenn der Vertrag für eine Periode über zwei Monate abgeschlossen wurde;

Enthält der aufgabengebundene Vertrag keine präzisen Fristen, wird die Probezeit im Verhältnis zur Mindestdauer des Vertrages berechnet. Die Klausel der Probezeit kann im selben aufgabengebundenen Vertrag nicht erneuert werden.

Der aufgabenbezogene Vertrag des Interimarbeitnehmers, der durch denselben Betrieb, für dieselbe Aufgabe und für denselben Benutzer wieder eingestellt wird, darf keine neue Klausel für die Probezeit enthalten.

Vertragsende

Während der Probezeit kann jede der Parteien den Vertrag ohne Kündigungsfrist und Entschädigung per Einschreiben (oder Brief mit Empfangsbestätigung) beenden.

Wird der Vertrag während der Probezeit nicht beendet, so endet er rechtmäßig an dem vorgesehenen Enddatum.

Er darf nicht vorzeitig unterbrochen werden, außer aus schwerwiegendem Grund seitens einer der beiden Parteien oder in beiderseitigem Einverständnis.

Die vorzeitige Beendigung des Vertrages seitens einer Partei gibt Anrecht auf Schadensersatz für die andere Partei.

Lohn

Der Lohn des Interimarbeiters darf nicht niedriger sein als der Lohn eines Arbeitnehmers mit der gleichen oder einer ähnlichen Qualifikation, der unter den gleichen Bedingungen nach der Probezeit als ständiger Arbeitnehmer beim Benutzer beschäftigt ist.

Urlaub

Der Interimarbeiter kann aufgrund jeder Aufgabe, unabhängig von deren Dauer, seine Rechte auf Jahresurlaub geltend machen. Im Verhältnis zur Dauer seiner Aufgabe bei dem Benutzer muss dieser ihm das Urlaubsgeld zahlen.

Achtung: Am Ende des aufgabengebundenen Vertrages oder zwischen 2 Verträgen, müssen Sie erneut Arbeitslosengeld in Deutschland beantragen.