Die Lohneinkünfte und die steuerfreien Einkünfte

Bevor man sich mit den wichtigsten Abzügen auseinandersetzt ist es wichtig daran zu erinnern, dass es mehrere Einkommensarten gibt, die mit einer Lohnbeschäftigung zusammenhängen. Verschiedene dieser Einkommen sind steuerfrei, andere hingegen werden als Naturallohn angesehen und sind steuerpflichtig.

Die Einkommen aus nicht selbstständiger Beschäftigung

Das Gesetz definiert die Einkommen aus Lohnbeschäftigung als die Entlohnungen (Fixe und variable Einkommen, regelmässig oder nicht, vertraglich oder freiwillig) welche man erhält aufgrund einer bezahlten Berufstätigkeit.

Zu den Einkommen aus Berufstätigkeit kommen noch hinzu, und werden somit besteuert: die Entschädigungen für Lohnrückstände oder Urlaub; das Arbeitslosengeld; oder Tantiemen, welche man als Aufsichtsratsmitglied eines Betriebs erhält.

Die steuerfreien Einkommen

Gewisse Einkommen, welche mit einer Beschäftigung als Arbeitnehmer in Zusammenhang stehen sind von der Steuer befreit. Hier einige Beispiele dieser Steuerbefreiung:

  • Die Überstunden, sowie die Lohnzuschläge für : Feiertagsarbeit, Sonntagsarbeit, oder Nachtarbeit (integrale Steuerfreiheit), soweit sie per Gesetz oder Kollektivvertrag vorgesehen sind (Art. 115-11 LIR).
  • Die gesetzliche Abfindung, sowie die Entschädigung für ungerechtfertigte Kündigung des Arbeitsvertrags welche per Gerichtsbeschluss oder aussergerichtlicher Einigung festgelegt wurde bis zum 12-fachen Mindestlohn (Art. 115-9 LIR).
  • Die freiwillige Abgangsentschädigung bei Entlassung im Fall von teilweiser oder kompletter Schliessung des Betriebs, bis zu 12 x SSM  (Art. 115-10 LIR).
  • Gewisse Entschädigungen welche vom Arbeitgeber bezahlt werden für berufsbedingte Kosten (Spesen, Fahrtkosten, …).
  • Jubiläumsgeschenke die vom Arbeitgeber an die Arbeitnehmer verteilt werden, welche eine gewisse Betriebszugehörigkeit erreicht haben, innerhalb gesetzlicher Grenzen (2.250€ bei 25 Dienstjahren, 3.400€ bei 40 Jahren, …).
  • Kindergeld, Geburtszulage, Mutterschaftszulage, Erziehungsgeld, Schulanfangszulage, Elternurlaub, … welche durch spezielle Gesetze steuerbefreit sind.
  • Leistungen, welche aufgrund einer Zusatzpension bezahlt werden (2. Säule).

Die Naturaleinkommen

Naturaleinkünfte sind oft Bestandteil von Lohnpaketen, welche vom Arbeitgeber vorgeschlagen werden. Sie betreffen nicht nur die leitenden Angestellten. Sie betreffen mehr und mehr Arbeitnehmer, welche diese Vorteile entweder bei der Einstellung oder bei einer Lohnerhöhung angeboten bekommen.

Ausser den gesetzlich festgelegten Steuerbefreiungen, wird jede Entlohnung, ob sie in Naturalien oder als Geldleistung bezahlt wird, als Einkommen aus nichtselbstständiger Arbeit betrachtet und somit besteuert.

Naturalleistungen sind also integraler Bestandteil des Lohneinkommens. Sie werden nach dem mittleren Marktwert bewertet und berechnet.

Das Kantinenessen und die „Chèque repas“

Der Wert des vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellten Essens in einer Betriebskantine ist auf 2,80€ festgelegt.

Falls es keine Kantine gibt, kann der Arbeitgeber eine Geldleistung anwenden, welche dem Arbeitnehmer erlaubt seine Hauptmahlzeit zu sich zu nehmen: es handelt sich um den Essensgutschein („Chèque repas“). Die

Anzahl der Essensgutscheine stimmt demzufolge mit der Zahl der Arbeitstage des Arbeitnehmers überein.

Der Essensgutschein ist steuerfrei bis zu einem Höchstbetrag von 5,60€ pro Gutschein. Diese Steuerbefreiung ist nur anwendbar falls der Betrieb über keine eigene Kantine verfügt.

Der Arbeitnehmer kann ebenfalls eine Beteiligung am Essensgutschein erbringen. Sein Anteil wird dem steuerbaren Teil des Gutscheins zugerechnet (max. 2,80€).

Dies heisst konkret, dass bei einem Scheck von 8,40€, an dem der Arbeitgeber mit 5,60€ und der Arbeitnehmer mit 2,80€ beteiligt ist, keine Steuern erhoben werden.

Wenn hingegen, beim gleichen Wert des Gutscheins (8,40€) der Arbeitnehmer keinen Anteil am Gutschein bezahlt und der Arbeitgeber die ganzen 8, 40€ zahlt, wird der Arbeitnehmer auf einem Naturallohn von 2,80€ besteuert (also 8,40€ minus der steuerbefreite Anteil von 5,60).

Bleibt zu bemerken, dass die Essensgutscheine („Chèques repas“) nicht sozialversicherungspflichtig sind.

Der Dienstwagen

Als Dienstwagen wird jeder Wagen betrachtet, der vom Arbeitgeber gekauft oder gemietet wird und dem Arbeitnehmer sowohl zu beruflichen als auch zu privaten Zwecken zur Verfügung gestellt wird. Da der Arbeitgeber Kosten trägt, die mit der Anschaffung oder den Kosten des Fahrzeugs in Verbindung stehen, ist dieser Anteil ein steuerpflichtiges Einkommen.

Die klassische Methode diesen Vorteil zu bewerten erfolgt aufgrund der Kosten pro Kilometer des Fahrzeugs und der Anzahl der im privaten Zusammenhang stehenden Kilometer des Arbeitnehmers. Ein Fahrtenbuch muss geführt werden um die privaten und beruflichen Fahrten zu unterscheiden.

Wegen der Probleme, die diese Formel in der Praxis mit sich bringt, kann man auch auf ein Pauschalbewertungssystem der Steuerverwaltung zurückgreifen. Der monatliche Wert wird hier auf 1,5% des Kaufwertes des Neufahrzeugs, inkl. Mehrwertsteuer und Extras festgelegt.

Der Niedrigzins-Kredit und die Zins-Subvention

Falls ein Arbeitgeber (meist ein Finanzinstitut) seinem Arbeitgeber einen Kredit zu vorteilhaften Zinsbedingungen gewährt, wird dies als Naturaleinkommen betrachtet, falls der Niedrigzinssatz unter dem staatlich festgelegten jährlichen Pauschalzinssatz liegt z.B. bei 3,75% für die Jahre 2007 und 2008 sowie 2% für 2009 und 2010.

Wenn der Kredit unterhalb dieses Zinssatzes angeboten wird, besteht der Naturalvorteil aus der Differenz zwischen dem gesetzlichen Zinssatz und dem vom Arbeitgeber angewandten Satz. Der gefundene Betrag wird besteuert.

Der Vorteil kann auch aus einer Subvention (oder Bonifikation) der Zinsen des Arbeitnehmers bestehen, das heisst der Übernahme von Zinsen auf einem Darlehen, welches der Arbeitnehmer vorher bei einem Kreditinstitut aufgenommen hat. Der Wert des Naturalvorteils entspricht in diesem Fall dem Nominalwert dieser Beihilfe.

Dieser Vorteil kann jedoch steuerbefreit werden, soweit das Darlehen in Zusammenhang mit dem Eigenheim oder dem ersten Wohnsitz des Arbeitnehmers steht, oder mit der Anschaffung von Bauland zum Bau einer Wohnung oder zum Bau einer Wohnung, welche zu den Wohnzwecken des Arbeitnehmers dienen wird (nicht als Zweitwohnsitz).

Für diese Art Darlehen beträgt die maximale Steuerbefreiung 3.000€ pro Jahr (6.000€ bei Kollektivbesteuerung oder Haushalt des Alleinerziehenden mit mindestens 1 Kind zu Lasten).

Falls das Darlehen einem anderen Zweck dient als zur Wohnung des Arbeitnehmers (Konsumkredit), beträgt die Steuerbefreiung 500 € pro Jahr (1000 € bei Kollektivbesteuerung oder Haushalt des Alleinerziehenden mit mindestens einem Kind zu Lasten).

Schliesslich bleibt zu bemerken, dass diese Kreditsubventionen und der Vorteil, der zusammenhängt mit einem Niedrigzinsdarlehen nicht den Soziallasten unterliegen.

Die Dienstwohnung

Die Zurverfügungstellung einer kostenlosen oder kostenreduzierten Mietwohnung kann verschiedene Formen haben:

  • Wenn der Arbeitgeber einen Beitrag zur Miete des Arbeitnehmers leistet, ist der Naturallohn gleich der erstatteten Miete. Dieser Betrag wird also voll besteuert.
  • Im Falle einer Wohnung, die der Arbeitgeber mietet und dem Arbeitnehmer mietfrei zur Verfügung stellt wird der Naturalvorteil der Miete gleichgestellt, die der Arbeitgeber für diese Wohnung bezahlt.

Falls die Miete, die der Arbeitnehmer bezahlt objektiv höher ist als die Miete, die ein Dritter für eine ähnliche Wohnung zahlen würde, kann die Bewertung des Naturalvorteils niedriger ausfallen als die bezahlte Miete, ohne jedoch unter 75% dieser Miete zu liegen (ohne Kosten). Wenn die Wohnung möbliert ist, ist eine Erhöhung des Vorteils um 10% angebracht.

Wenn der Arbeitgeber andere Lasten als die Miete trägt (Wasser, Strom, Heizung, …) werden diese Beträge als Naturalvorteile mit ihrem Nennwert integriert. Jede Eigenbeteiligung des Arbeitnehmers an den Wohnkosten wird von dem Naturalvorteil abgezogen.

  • Wenn die vom Arbeitnehmer benutzte Wohnung dem Arbeitgeber gehört und nur schwierig mit einer ähnlichen Wohnung verglichen werden kann wird ein Rechenschlüssel benutzt (25% des Einheitswerts der Wohnung mit minimal 8,92€ pro m2 Wohnfläche für ein Studio oder Appartement und 7,44€ pro m2 für alle anderen Wohnungen).

Wiederum sind die Lasten, die der Arbeitgeber tragen würde voll besteuert für den Arbeitnehmer und falls die Wohnung möbliert ist, wird der Betrag um 10% erhöht.

Falls der Arbeitnehmer eine geminderte Miete zahlt für diese Wohnung die dem Arbeitgeber gehört, wird diese Miete vom Naturalvorteil abgezogen.